Sorbische Stiftung legt Reformen auf Eis

November 25th, 2011

Die Reform der sorbischen Einrichtungen ist vorerst gescheitert. Der Rat der Stiftung für das sorbische Volk verschob bei seiner Beratung in Cottbus fast alle Entscheidungen auf das kommende Jahr. Zudem muss das Konzept für das Sorbische National-Ensemble (SNE) völlig überarbeitet werden. Bestätigt wurden hingegen die Kürzungen beim Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen. Das Theater erhält 2012 letztmals 1,2 Millionen Euro von der Stiftung. Ab 2013 wird dieser Betrag um 200000 Euro gekürzt. Diese Summe soll stattdessen für Projekte eingesetzt werden, vorwiegend in der Niederlausitz.

Wieder offen ist hingegen die Situation beim Sorbischen Institut. Hier sollten die Stiftungsmittel um 500000 auf 1,4 Millionen Euro gekürzt werden. Dieser Beschluss liegt vorerst auf Eis. Zunächst sollen die Strukturen und die wissenschaftlichen Leistungen des Instituts erneut überprüft werden. Erst in einem Jahr will der Stiftungsrat entscheiden. Dabei spielen offenbar auch juristische Überlegungen eine Rolle. So ist unklar, ob der notwendige Stellenabbau arbeitsrechtlich durchsetzbar wäre.

Bereits teilweise vor Gericht gescheitert ist das Konzept für das SNE. Hier sollen bis 2013 insgesamt 27 von 107 Stellen abgebaut werden. Fünf Musiker des Orchesters haben erfolgreich dagegen geklagt. Nun muss Stiftungsdirektor Marko Suchy bis Frühjahr 2012 ein neues Konzept vorlegen. Folgen hat dies schon jetzt für die neue Sorbische Musikakademie. Das Angebot zur Nachwuchsförderung kann vom SNE zunächst nur als Minimalvariante weitergeführt werden.

Zum geplanten Haus der sorbischen Sprache wurde ebenfalls keine Entscheidung getroffen. Dieses sollte Teile der Stiftungsverwaltung, den sorbischen Verlag und das Witaj-Sprachzentrum vereinen. Der Plan ist umstritten, weil Gutachter kaum Einspareffekte sehen. Eine Arbeitsgruppe mit dem sorbischen Dachverband Domowina soll nun über Struktur und Aufgaben des Hauses entscheiden.

Die sorbisch Stiftung hat einen Jahresetat von 17,1 Millionen Euro. Sie finanziert neun Einrichtungen. Geldgeber sind der Bund und die Länder Sachsen und Brandenburg.

(Text: Miriam Schönbach)

Kategorien: Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Domowina, Sorbische Stiftung, Sorbisches Institut, Sorbisches National-Ensemble

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