Neue Wege für „Ein Stück Freiheit“

März 23rd, 2012

Serbska SwobodaModernes Tanztheater trifft Folklore: Die bekannte Choreografin Vivienne Newport entwickelt gemeinsam mit dem Sorbischen National-Ensemble ihre Interpretationen von Unabhängigkeit. Heute erlebt das Stück an der Neuen Bühne Senftenberg seine Uraufführung.

Behutsam und mit viel Liebe hat Vivienne Newport das Ballett des Sorbischen National-Ensembles in den vergangenen Wochen in die Hände genommen. „Wir sind auf eine ungewöhnliche Reise gegangen und haben uns in der Mitte getroffen“, sagt die Choreografin. Die Engländerin gilt als herausragende Protagonistin des neuen deutschen Tanztheaters. Die Tänzerinnen und Tänzer vom SNE waren bislang eher im Folklorefach zu Hause. Gemeinsam entwickelten sie nun das Stück „Serbska swoboda – Ein Stück Freiheit“. Premiere feiert ihre Interpretation von Unabhängigkeit, Ungebundenheit und Autarkie am 23. März im Theater Senftenberg.

Die Idee für modernes Tanztheater am Sorbischen National-Ensemble trug SNE-Intendantin Milena Vettraino schon länger mit sich herum. „Es geht darum, ungewöhnliche Schritte zu gehen, vielleicht auch eine Hemmschwelle zu überwinden – im Ensemble und Publikum“, sagt die Intendantin. Mit Vivienne Newport als Choreografin und dem Komponisten Samuel Dalferth gewann sie für diese Herausforderung ein perfektes Duo. Das erste Aufeinanderzugehen begann bereits vor einem Jahr bei einem Workshop mit dem Ballett-Ensemble. Damals hat sich die Choreografin zuerst einmal angeschaut, was ihre Kollegen können und wie sie denken. Auch der Komponist ließ diese Improvisationen auf sich einwirken.

Anders als Vivienne Newport kannte Samuel Dalferth das Sorbische-National-Ensemble aber schon. Der gebürtige Reutlinger komponierte für das SNE bereits das Eifersuchtsdrama „Durch die Zeiten“.  Auch für die Abendvogelhochzeit 2009 arrangierte der 29-Jährige, der selbst Geige, Schlagzeug, Klavier und Flöte spielt, die Musik. Diese Erfahrungen ließ er nun in die neue Produktion einfließen. Dazu legte er Impressionen seiner jüngsten Reisen in die Welt. So wird zum Beispiel der Zuhörer auch irische oder isländische Motive in der Komposition wiederfinden. Es gibt große Trommelschläge genauso wie meditative Ruhe.

„Unsere Eindrücke vom ersten Ballett-Workshop haben wir  Ideen zum Thema Freiheit gegenübergestellt. Bausteinweise fügten wir dann in einem organischen Prozess Musik und modernen Tanz zusammen“, sagt Samuel Dalferth.  Verarbeitet haben sie auch ein Gedicht zum Thema Freiheit vom Begründer der modernen sorbischen Dichtung  Handrij Zejler. Eigentlich ist das eine ungewöhnliche Arbeitsweise, in den meisten Produktionen liegt zuerst die Musik vor und dann beginnt die Probenarbeit auf der Ballettbühne. Neben Ballett werden  Chor und Orchester des Sorbischen National-Ensembles an der Uraufführung mitwirken.

„Swoboda ist ein Stück ohne Geschichte, aber mit Inhalt, modernes Tanztheater eben“, sagt die Choreografin. Die bekannte Künstlerin, in den 70er Jahren enge Mitarbeiterin der Tanz- Avantgardistin Pina Bausch (1940 bis 2009) war, ging bereits auf vielen Bühnen der Welt mit Tänzerinnen und Tänzer ungewöhnliche Wege. Ein Stück hat sie nun auch die Künstler aus dem SNE mitgenommen.

Premiere und Uraufführung „Serbska swoboda – Ein Stück Freiheit“.
23. März um 19.30 Uhr, Neue Bühne Senftenberg ,
Karten unter 03591/358 111
www.theater-senftenberg.de

Kategorien: Sorbisches National-Ensemble

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